Dezemberkind lebt…

Berlin ruft – und ich höre zu… 29. Juni 2009

Gespeichert unter: Berlin, Freundschaft, Gedanken, Gefühl, Leben, Umzug, Unterwegs — dezemberkind @ 18:35

Es kommt mir hin und wieder so vor, als wäre ich von Dummköpfen umgeben. Von Leuten, die keine Ahnung haben, die denken mich zu kennen und mich dennoch immer wieder unterschätzen. Von Leuten, die mir wehtun mit dem, was sie sagen, weil sie glauben, genau zu wissen, was in mir vorgeht. Doch darüber zerbreche ich mir weniger meinen Kopf, schließlich ist es nicht mehr lange so.

Denn momentan sitze ich auf gepackten Koffern. Jedenfalls fühlt es sich so an. Mein Zimmer soll in 5 Wochen leer und weiß gestrichen sein, meine wenigen Möbel und ungepackten Kartons wollen umziehen und wissen noch nicht einmal, wohin die Reise geht. Nach Berlin, soviel steht fest. Alles andere steht in den Sternen. Seit Wochen verbringe ich meine Zeit mit Wohnungssuche und Überlegungen, wie alles am Besten zu bewerkstelligen ist. 150 Kilometer sind nicht viel und dennoch eine unendlich scheinende Entfernung, um eine geeignete Wohnung zu finden.

Zwischen noch nicht besorgten Umzugskartons und einem für meine Verhältnisse wirklich aufgeräumten Zimmer, das nicht so aussieht als würde ich es gerade verlassen wollen, stehe ich planlos da und weiß nicht, wo ich anfangen soll. Berlin ruft – und ich höre zu. Was um mich herum passiert scheint so weit weg zu sein, kommt mir so unwichtig vor. Dabei bin ich noch da.

Die letzten weniger erfolgreichen Tage in der Hauptstadt habe ich mich gefühlt, als würde ich schon dort wohnen. Auf der Rückfahrt nach Hause kam es mir vor, als würde ich nach einer Ewigkeit meine Familie und Freunde besuchen fahren. Nur ein kurzer Aufenthalt, bis es zurückgeht. Doch ich kam mit leeren Händen zurück, ohne Wohnung und ohne Plan, wie es weitergeht. Wieder im alten Leben, dass mich momentan zu langweilen beginnt.

Ich gebe nicht auf. Es ist nur so deprimierend, nicht wirklich vorwärts zu kommen. Doch ich bin mir sicher, dass ich diesen Sommer noch hier weg komme, Neues kennen lerne und Vieles herausfinde. Die Sonne nutze, um die schönsten Seiten von Berlin zu sehen.

Noch 5 Wochen höre ich Berlins Rufen zu. Dann kann ich mich zurücklehnen, weil der Umzugsstress ein Ende hat. Bis dahin werde ich mir Umzugskartons besorgen, meine Sachen einpacken, mein Zimmer streichen und irgendwie glücklich sein.

 

Nachtgedanke 18. Juni 2009

Gespeichert unter: Freundschaft, Gedanken, Gefühl, Leben, Stehenbleiben, Unterwegs — dezemberkind @ 02:42

Ich weiß nicht, ob ich mir von diesem Abend irgendetwas erhofft hatte, aber so richtig zufriedenstellend war es nicht. Bisher dachte ich, wir wären Freunde. Mal mehr, mal weniger in Kontakt. Wir haben uns ewig nicht mehr gesehen. Und es fehlte schlagartig die gewohnte Vertrautheit. Es war seltsam. Vieles hat sich verändert in dem letzten dreiviertel Jahr. Und es war eher Zufall, dass wir uns doch noch sahen. Aber mich wundert es dennoch. Es war alles wieder so neu, irgendwie wie im letzten Sommer. Und doch anders. Weder schön, noch unerträglich. Nichts. Einfach nur so.

Und wie schon so oft komme ich zu der Einsicht, dass Menschen kommen und gehen. Nur einige bleiben. Ob dieser Mensch es sein wird, werde ich sehen. Ich weiß es nicht. Es gibt Leute, da ist es mir wichtig, dass sie bleiben, und ich versuche alles nur Erdenkliche, dass sie nicht so schnell wieder gehen. Es gibt aber auch Leute, die an mir vorrüberziehen, mal kürzer mal länger da sind, und irgendwie ist es mir egal. Es gibt aber auch die, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob sie bleiben oder gehen sollten. Wahrscheinlich kommt dieses Bewusstsein mit der Zeit. Wenn die Bedeutung von Freundschaft klarer wird und man registriert, was von den eigenen Vorstellungen eigentlich erfüllt wird.

Ich weiß nicht, ob ich mir von diesem Abend irgendetwas erhofft hatte. Vielleicht nur ein einziges Wort, eine Wahrheit oder ein Lächeln. Ich weiß es nicht.

 

Junimorgen 3. Juni 2009

Gespeichert unter: Leben — dezemberkind @ 17:55

Es ist so schön morgens zeitig aufzustehen, sich auf dem Balkon in die Sonne zu setzen, mit heißem Kaffee und Zigarette, und den Tag zu beginnen.

Es ist so schön vom Regen, der leise an die Fensterscheiben prasselt, geweckt zu werden und die frische Luft auf dem Gesicht zu spüren.

Es ist so schön sich manchmal morgens nochmal umzudrehen, da man weiß, dass es heute eigentlich nichts Wichtiges zu tun gibt.

Ich mag den Morgen. Mal mehr, mal weniger.

 

Winterschläfer… 29. April 2009

Gespeichert unter: Gefühl, Leben, Sehnsucht — dezemberkind @ 22:42

Verzweifelt? Ich? Nein. Ich bin nur etwas planlos. Habe vielleicht zu sehr darauf vertraut gentropfenügend Frühlingskräfte aufzusaugen und mein Eigen zu nennen. Habe gedacht, dass mich die neugewonnene freie Zeit inspiriert und nicht müde macht. Habe gedacht, dass mein Imunsystem stabil genug ist und nicht schlapp macht. Habe gedacht, dass ich motiviert werde. Habe gedacht, dass ich voller Energie  über die grünen Wiesen springe, egal ob bei Sonne oder Regen. Habe gedacht, dass ich den Frühling in vollen Zügen genießen werde. Habe gedacht, dass ich alles schaffen werde, was ich mir vorgenommen habe.

Nun sitze ich schon die dritte Woche mit meiner Erkältung da und frage mich, wann es endlich aufhört. Höre Lieder, die nicht zum Frühling passen, warte täglich auf neue Inspiration, wobei mir die Augen zufallen, weil ich die letzte Nacht scheinbar wieder zu wenig geschlafen habe. Frage mich dennoch, was ich die letzten 12 Stunden getan habe, kann mich jedoch nicht erinnern, so unbedeutend müssen sie gewesen sein. Genieße zwar den Regen und den frischen Duft, den er mit sich bringt, verkrieche mich aber gleichzeitig unter meiner Bettdecke, da es plötzlich so kalt geworden ist. Sehe schon wieder vor mir, dass ich nicht alles schaffe, was ich machen wollte. Aber erstmal weiter abwarten. Ich bin Warten ja schließlich gewöhnt. Erstmal auf Genesung warten. Dann auf die Sonne. Und dann die Motivation. Nein, ich bin wirklich nicht verzweifelt. Wahrscheinlich einfach noch nicht vollständig aus dem Winterschlaf erwacht.

 

Alles ist erleuchtet! 30. März 2009

Gespeichert unter: Gefühl, Leben — dezemberkind @ 23:15

Endlich ist sie da. So lange habe ich auf sie gewartet, und ich hatte ja nichtmal im geringsten eine Vorstellung davon, wie sie aussehen würde. Sie hat aber auch sehr lange auf sich warten lassen. Jaja, sie meinte es nur gut, klar. Sie brauchte nur Zeit. Sie wollte mich nicht überrumpeln. „Besser spät als nie“, behauptet sie. Keine Sorge, genau das denke ich ja auch. Besser spät als nie. Keine Ahnung, wie ich ihr danken soll. Sie hat mich gerade aus einem immer tiefer und dunkler werdenden Loch gezogen. Man könnte beinahe sagen, dass sie mich soeben gerettet hat. Stellt sich nur noch eine Frage – wird es funktionieren? Aber zuallerserst – lass dich umarmen, Erleuchtung!


 

Krabat 30. März 2009

Gespeichert unter: Film, Literatur — dezemberkind @ 16:27

BücherIch habe lange nicht mehr so eine schlechte Filmumsetzung eines Buches gesehen. Nun, der Film an sich ist sehr gut gemacht, das muss ich zugeben – aber nicht, wenn man das Buch kennt. Ich habe Otfried Preußlers „Krabat“ vor einiger Zeit gelesen, kurz bevor der Film in die deutschen Kinos kam. Nun ist der Film auf DVD erschienen und ich habe es gewagt, mir den Film endlich anzusehen. Hätte ich nicht tun sollen. Ich war sehr enttäuscht, dass man die Geschichte des Jungen in der Schwarzen Mühle so stark verfälschen kann. So viele Fehler, so viel Wichtiges, was weggelassen wurde, so viel Unwichtiges, was zu sehr ausgedehnt wurde. Mir ist bewusst, dass man in einen Film nicht alles, was im Buch vorkommt, hineinbringen kann – aber muss man Fakten rauslassen, die für die eigentliche Geschichte von Bedeutung sind? Es sind zwar nur Kleinigkeiten, doch somit sind sie nicht gleich Nichtigkeiten.

Umso weniger kann ich Otfried Preußlers Aussage zu Marco Kreuzpainters Film nachvollziehen. Er schrieb in einem Brief über den Film an die Münchener Filmproduktions GmbH: “Der Regisseur und Drehbuchautor Marco Kreuzpainter hat meiner Meinung nach tatsächlich das Kunststück fertig gebracht sowohl dem Medium Film als auch meinem Buch gerecht zu werden. (…) Es ist ein höchst anspruchsvolles, in sich stimmiges Ganzes entstanden – inklusive Kameraführung, Ausstattung, Musik, und, und, und…“ (den ganzen Brief gibt es hier zu lesen)

Ein Lob jedoch an die Besetzung der Rollen. Jungschauspieler David Kross (aktuell zu sehen in „Der Vorleser“) stellt unter anderem neben Daniel Brühl, Robert Stadlober und Paula Kalenberg sein Können unter Beweis. Deutsche Filmproduktionen lohnen sich also nach wie vor mindestens wegen der Schauspielerqualitäten. Inhaltlich ist Kreuzpainters „Krabat“ jedoch nicht empfehlenswert. Also – lieber mal wieder ins Bücherregal greifen und Otfried Preußler hervorholen. Denn das Buch lesen lohnt sich!

 

Tränen des Glücks 18. März 2009

Gespeichert unter: Liebe, Sehnsucht — dezemberkind @ 11:05

Seltsam, dass ich mich von der Traurigkeit und schmerzenden Sehnsucht leiten lasse, nicht aber mehr durch die Glückseligkeit. Obwohl das auch nicht stimmt. Ich bin nachwievor glücklich. Unendlich glücklich. Doch wenn uns zwei Städte voneinander trennen, wenn wir nicht zusammen sein können, obwohl wir am gleichen Ort sind, wenn ich dir nah sein möchte, doch um uns beobachtende Blicke zu spüren sind – dann kann ich nur traurig sein. Doch trotzdem, wenn der Schmerz zu groß ist, die Traurigkeit mich überrollt, die Tränen nach Erlösung schreien, dann mache ich mir wieder bewusst, wie glücklich du und ich uns machen. Und dann geht es mir wieder besser, denn die Glückseligkeit durchströmt mich wieder vollends. Und die Sehnsucht nach dir wächst zwar immer mehr, doch sie ist nicht mehr schmerzhaft. Und wenn eine Träne über mein Gesicht rollen sollte, dann ist es nur eine Träne des Glückes.

 

wiedergefunden… 17. März 2009

Gespeichert unter: Gefühl, Leben, Sehnsucht — dezemberkind @ 11:44

Heinz Kahlau – Die Verhältnisse

Die Verhältnisse,
in denen du
nichts Neues über dich
erfährst,
die Verhältnisse,
die dich kleiner machen
als deine Freunde
dich kennen,
die Verhältnisse,
in denen du
den Kopf einziehen
und die Knie beugen mußt,
um stehen zu bleiben -
diese Verhältnisse
mußt du
verändern oder
verlassen.



Dieses Gedicht schrieb ich vor langer Zeit an meine Wand. Und dort winkt es mir jeden Tag zu, um mich zu erinnern. Es hat so gut gepasst, damals. Und nun ist es plötzlich wieder aktuell. Nein, diesmal geht es nicht darum, jemanden verlassen zu müssen, weil es nicht anders geht. Diesmal ist es ein Zusammenspiel von Allem. Es muss sich etwas verändern, weil es so nicht weitergehen kann. Meine Traurigkeit, die aufkommt, weil mich alles um mich herum einengt, mich niederdrückt, ist nicht erträglich. Mein Zimmer erinnert an meine Vergangenheit, die ich zwar akzeptiere, aber mich auch ebenso runterzieht, da ich angreiflich bin, wenn ich mich nicht ablenke. Es erdrückt mich. Meine Arbeit erdrückt mich. Diese Stadt erdrückt mich. Alles erdrückt mich. Nein, nicht alles. Aber viel zu viel. Glücklicherweise weiß ich diesmal, dass ich nicht allein bin. Und ich weiß, dass ich nicht falle, weil ich diesmal genug Kraft habe stehen zu bleiben. Und ich weiß, was ich tun muss – einige Verhältnisse verlassen und somit ändern…

 

lovestoned… 7. März 2009

Gespeichert unter: Gefühl, Liebe, Sehnsucht — dezemberkind @ 16:07

Mein unaufhörlicher Blick zur Uhr verrät meine wachsende Ungeduld. Und obwohl du vor einigen Minuten erst die Wohnung verlassen hast, kommt es mir schon wieder vor wie eine Ewigkeit, als wir auf meinem Bett lagen, mit dem Blick zur Decke und in Gedanken an das, was war, an das, was ist, und an das, was noch kommen wird. Doch diesmal weiß ich, dass ich nicht erneut so lange warten muss, bis wir uns wieder sehen. Und vielleicht ist dieses immer wieder voneinander getrennt sein auch ein Teil, der uns innerlich trotzdem stärkt. Denn in Gedanken bin ich bei dir. Und ich spüre auch deine Anwesenheit wenn du nicht da bist. Doch umso sehnsüchtiger warte ich auf die Zeit, in der du wieder physisch bei mir bist. Denn je länger wir nicht zusammen sind, desto mehr verwandelt sich meine Sehnsucht in Verrücktheit. Es macht mich verrückt, wenn du nicht neben mir liegst, wenn ich einschlafe und aufwache, es macht mich verrückt, wenn ich dir nicht sagen kann, was ich dir unbedingt mitteilen möchte, es macht mich verrückt, wenn ich dich nicht berühren kann, dich nicht küssen kann, weil du nicht da bist. Doch ich weiß, dass wir dennoch zusammen sind. Und ich weiß, dass wir uns wieder sehen. Und ich weiß, dass wir gegenseitig in Gedanken beieinander sind. Und das fühlt sich so wunderbar an, so unbeschreiblich bezaubernd. Du erweckst in mir nie gekannte Kräfte und Emotionen, diese mir nie bewusste Leichtigkeit des Seins. Unsere Zeit kann uns niemand nehmen. Und auch wenn so vieles uns daran hindert, die Zeit miteinander verbringen zu können, und uns daher die Leichtigkeit manchmal eher wie eine drückende Schwere vorkommt, so haben wir trotzdem auch unsere gemeinsamen Augenblicke. Und wenn du das nächste Mal vor meiner Tür stehst und mein Herz erneut zu rasen anfängt, weil du mich umso glücklicher machst, weil du wieder da bist, kann ich meinen Kopf erst einmal auf Ruhezustand schalten, weil ich weiß, dass wir uns erst 7 Tage später trennen müssen. Doch daran denke ich vorerst nicht. Viel mehr lasse ich mich von dem Gefühl berauschen, ja, sogar betäuben, dass wir eine ganze Woche gemeinsam an einem Ort, der unbekannt ist für diejenigen, die vielleicht unsere Zeit entwenden könnten, verbringen werden….

 

Ohne Worte… 1. März 2009

Gespeichert unter: Sehnsucht — dezemberkind @ 01:57

Wo bist du?